Colored Vinyl: Faszination farbige Schallplatte

Vinyl-Schallplatten erleben seit einigen Jahren ein beeindruckendes Comeback. Neben dem klassischen schwarzen Vinyl ziehen besonders farbige Schallplatten – das sogenannte „Colored Vinyl“ – die Aufmerksamkeit von Musikliebhabern und Sammlern auf sich. Doch was steckt hinter dieser bunten Vielfalt? Tauchen wir ein in die Welt der farbigen Schallplatten und entdecken ihre Geschichte, Herstellung und Besonderheiten.

Die Geschichte von Colored Vinyl

Die ersten farbigen Schallplatten tauchten bereits Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Damals experimentierten Hersteller mit verschiedenen Farben, um ihre Produkte von der Masse abzuheben und die Aufmerksamkeit der Käufer zu gewinnen. Diese frühen Pressungen waren oft in Braun-, Rot- oder Blautönen gehalten und sollten nicht nur optisch ansprechend sein, sondern auch – laut damaliger Werbung – eine bessere Klangqualität bieten. 

Mit der Zeit wurden farbige Schallplatten vor allem für besondere Editionen, Werbezwecke oder als Sammlerstücke produziert. In den 1970er und 1980er Jahren erlebten sie einen Höhepunkt, als viele Künstler und Labels spezielle farbige Editionen ihrer Alben herausbrachten, um Fans etwas Besonderes zu bieten.

Herstellungsprozess und Materialkunde

Standard-Schallplatten bestehen aus Polyvinylchlorid (PVC), dem zur Färbung Ruß beigemischt wird, wodurch die typische schwarze Farbe entsteht. Bei farbigem Vinyl wird stattdessen klares PVC verwendet, dem spezielle Farbpigmente hinzugefügt werden, um die gewünschte Farbe zu erzielen. 

Der Herstellungsprozess von Colored Vinyl erfordert besondere Sorgfalt. Farbiges Vinyl verhält sich beim Pressen anders als schwarzes, da es schneller fließt und daher mit weniger Druck gearbeitet werden muss, um die gewünschte Qualität zu erreichen. Dies kann dazu führen, dass farbige Schallplatten anfälliger für Pressfehler sind, was sich in höherem Grundrauschen oder gelegentlichem Knistern äußern kann. Allerdings hat sich die Qualität in den letzten Jahren deutlich verbessert, sodass bei modernen Pressungen kaum noch Unterschiede in der Klangqualität zwischen farbigem und schwarzem Vinyl wahrnehmbar sind. 

Farbiges Vinyl wird häufig für limitierte Auflagen, Sondereditionen oder als besonderes Sammlerstück eingesetzt. Künstler und Labels nutzen die Möglichkeit, durch individuelle Farbgestaltungen – sei es einfarbig, marmoriert oder im Splatter-Design – ihre Veröffentlichungen optisch hervorzuheben und den Fans etwas Besonderes zu bieten.

Ein paar Beispiele

Passend zum Titel des Albums „The Pink Album“, veröffentlichte die Dänische Band Lukas Graham das Album als neon-pinke Colored Vinyl. Eine wunderschöne und sehr passende Umsetzung für das Album. → Lukas Graham – 4 (The Pink Album) – Limited Edition mit pinker Vinyl

Lukas Graham Pink Album als Colored Vinyl
Lukas Graham „The Pink Album“ als pinke Colored Vinyl

Für eine etwas zurückhaltendere Farbinterpretation entschied sich Curtis Harding. Sein Album „If Words were Flowers“ erschein in einer limitierten rot-orangen Auflage. Hier harmoniert die Colored Vinyl mit dem floralen und ruhigen Design des Covers. → Curtis Harding – If Words Were Flowers – Limited Edition mit orange-roter Vinyl

Curtis Harding If Words were Flowers als Colored Vinyl
Curtis Harding – If Words were Flowers als limitierte orange-roter Colored Vinyl

Colored Vinyl vs. Picture Vinyl

Obwohl sowohl Colored Vinyl als auch Picture Vinyl optisch ansprechend sind, gibt es wesentliche Unterschiede zwischen den beiden Formaten.

Colored Vinyl: Hier wird das Vinyl-Material selbst durchgefärbt, wodurch die gesamte Schallplatte in einer oder mehreren Farben erscheint. Die Klangqualität ist in der Regel mit der von schwarzem Vinyl vergleichbar, vorausgesetzt, die Pressung wurde sorgfältig durchgeführt.

Picture Vinyl: Bei Picture Discs wird ein bedrucktes Papier oder eine Folie zwischen zwei dünnen Vinylschichten eingebettet, sodass ein Bild auf der Schallplatte sichtbar ist. Diese Konstruktion kann jedoch die Klangqualität beeinträchtigen, da die zusätzliche Schicht und die dünneren Vinylschichten zu höherem Rauschen oder Verzerrungen führen können. Daher werden Picture Discs oft mehr als visuelles Sammlerstück, denn als audiophiles Medium betrachtet. →Die Geschichte der Picture Vinyl

Fazit

Colored Vinyl verbindet die Faszination des Vinyl-Sounds mit einer ansprechenden Optik und bietet Sammlern sowie Musikliebhabern eine Möglichkeit, ihre Lieblingsmusik in besonderer Form zu genießen. Während es früher Bedenken hinsichtlich der Klangqualität gab, haben moderne Produktionstechniken diese Unterschiede nahezu eliminiert. Ob als limitiertes Sammlerstück oder einfach als farbenfrohe Ergänzung der eigenen Plattensammlung – farbige Schallplatten sind aus der heutigen Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken.

Quellen des Beitrags: wikipedia, jpc.de, plattenkritik.com, vinylherstellung.com, hofa-media.de

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